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Recht zur Führung der Berufsbezeichnung Ingenieurin / Ingenieur (ausländische Qualifikation, Niederlassung)
 
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Recht zur Führung der Berufsbezeichnung Ingenieurin / Ingenieur (ausländische Qualifikation, Niederlassung)

Leistungsbeschreibung

Die Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“ ist in Thüringen reglementiert. Das heißt, das Führen dieser Berufsbezeichnungen ist durch gesetzliche Regelungen (Thüringer Architekten- und Ingenieurkammergesetz - ThürAIKG -) an den Besitz bestimmter Berufsqualifikationen gebunden. Wenn Sie sich in Thüringen dauerhaft niederlassen und die Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“ führen wollen, benötigen Sie dafür eine Genehmigung. Die Genehmigung muss beantragt werden.

Die Genehmigung ist keine zwingende Voraussetzung für die Ausübung von Ingenieurtätigkeiten. Sie können sich daher als Ingenieurin / Ingenieur mit ausländischer Qualifikation auch ohne Genehmigung auf dem Arbeitsmarkt bewerben. Sie dürfen dann allerdings nicht die deutsche Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“ führen.

Ergänzend können Sie Ihren Ausbildungsnachweis auch bei der Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen bewerten lassen. Mit dieser Bescheinigung können Arbeitgeber Ihre Qualifikation besser einschätzen. Die Bescheinigung berechtigt aber nicht zum Führen der deutschen Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“.

Elektronische Antragstellung

Sie können Ihren Antrag elektronisch über das Portal des Thüringer Antragssystems für Verwaltungsleistungen (ThAVEL) stellen. Dieser kostenfreie Dienst des Freistaats Thüringen stellt die notwendigen Antragsdokumente für die hier ausgewählte Verwaltungsleistung auf einem virtuellen Schreibtisch bereit. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen bei der Antragstellung. Fragen können Sie direkt an die zuständigen Behördenmitarbeiter richten.

Verfahrensablauf

Die Ingenieurkammer Thüringen erteilt die Genehmigung zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“ nur auf Antrag. Die Bewertung (Gleichwertigkeit / wesentliche Unterschiede) eines ausländischen beruflichen Abschlusses im Verhältnis zu dem entsprechenden deutschen Abschluss (Referenzqualifikation) kommt nur im Rahmen eines Genehmigungsverfahrens in Betracht; ein eigenständiges Anerkennungsverfahren mit abschließender Sachentscheidung sieht das ThürAIKG nicht vor.

Abschlüsse aus der EU, dem EWR und der Schweiz

Für EU/EWR/Schweiz-Staatsangehörige und ihnen gleichgestellte Personen (z.B. Familienangehörige, Ehepartner von Unionsbürgern, langfristig aufenthaltsberechtigte Drittstaatsangehörige) genügt ein Ausbildungsnachweis einer technisch-ingenieurwissenschaftlichen Fachrichtung, der in einem EU/EWR-Staat/Schweiz erforderlich ist (reglementierter Beruf), um in diesem Staat die Erlaubnis zur Führung der Berufsbezeichnung „Ingenieurin“ / „Ingenieur“ zu erhalten; ist der Beruf im Herkunftsstaat nicht reglementiert, so wird die Garantie an Kenntnissen, die die Reglementierung bietet, durch den Nachweis einer einjährigen Berufserfahrung bzw. durch eine ggf. vorgesehene reglementierte Ausbildung ersetzt. Unterscheidet sich die ausländische Berufsqualifikation wesentlich von dem entsprechenden deutschen Abschluss (Referenzqualifikation), auferlegt die Ingenieurkammer Ausgleichsmaßnahmen (Eignungsprüfung, Anpassungslehrgang).

Bei (nicht gleichgestellten) Drittstaatsangehörigen setzt die Anerkennung ihrer Ausbildungsnachweise des Ingenieurwesens voraus, dass zuvor deren Gleichwertigkeit mit dem entsprechenden deutschen Abschluss (Referenzqualifikation) festgestellt wird. Bestehen wesentliche Unterschiede auferlegt die Ingenieurkammer Ausgleichsmaßnahmen (Eignungsprüfung, Anpassungslehrgang).

Abschlüsse aus Drittstaaten

Voraussetzung für die Anerkennung von in Drittstaaten ausgestellten Ausbildungsnachweisen des Ingenieurwesens ist grundsätzlich, dass zuvor ihre Gleichwertigkeit mit dem entsprechenden deutschen Abschluss (Referenzqualifikation) festgestellt wird. Bestehen wesentliche Unterschiede auferlegt die Ingenieurkammer Ausgleichsmaßnahmen (Eignungsprüfung, Anpassungslehrgang).

Genehmigungsverfahren können auch über die technischen Systeme des einheitlichen Ansprechpartners abgewickelt werden:

An wen muss ich mich wenden?

Bitte wenden Sie sich an:

Ingenieurkammer Thüringen
Gustav-Freytag-Str. 1
99096 Erfurt

Telefon: (0361) 228730
Fax: (0361) 22873-50
E-Mail: info@ikth.de
www.ikth.de

Welche Unterlagen werden benötigt?

In der Regel benötigen Sie insbesondere folgende Unterlagen:

  • Nachweis der Hauptwohnung, der beruflichen Niederlassung oder des Ortes der überwiegenden beruflichen Tätigkeit in Thüringen
  • Identitätsnachweis
  • Nachweis über die Staatsangehörigkeit
  • im Ausland erworbene Ausbildungsnachweise
  • Nachweise über einschlägige Berufserfahrung
  • ggf. weitere Unterlagen

Alle Unterlagen und Bescheinigungen sind in der Regel in Kopie vorzulegen. Von allen Unterlagen und Bescheinigungen sind grundsätzlich Übersetzungen in deutscher Sprache vorzulegen, die von einem öffentlich bestellten oder beeidigten Dolmetscher oder Übersetzer erstellt worden sind.

Welche Gebühren fallen an?

Mindestens 75 EUR bis maximal EUR 600,00

Welche Fristen muss ich beachten?

Es müssen keine Fristen beachtet werden.

Bearbeitungsdauer

Über den Genehmigungsantrag entscheidet die Ingenieurkammer innerhalb von drei Monaten nach Eingang der vollständigen Unterlagen. Die Frist kann in Einzelfällen einmal um bis zu einen Monat verlängert werden, wenn dies wegen der Besonderheiten der Angelegenheit gerechtfertigt ist.

Rechtsbehelf

Vor Erhebung einer verwaltungsgerichtlichen Klage gegen eine Entscheidung des Eintragungsausschusses bei der Ingenieurkammer bedarf es keiner Nachprüfung in einem Vorverfahren (Widerspruchsverfahren).

Anträge / Formulare

Das Thüringer Antragssystem für Verwaltungsleistungen (ThAVEL) stellt Ihnen das notwendige Antragsdokument auf einem virtuellen Schreibtisch bereit.

Sie können Ihren formlosen Antrag auch in Schriftform an die zuständige Behörde richten.

Was sollte ich noch wissen?

Die Stellen zur Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung des Netzwerkes "Integration durch Qualifizierung" (IQ-Netzwerk) beraten und begleiten Sie gern vor, im und nach dem Anerkennungsverfahren.

Unterstützende Institutionen

Telefonische Beratung zur Anerkennung auf Deutsch und Englisch finden Sie unter der Hotline "Arbeiten und Leben in Deutschland"

Tel.: +49 30 1815-1111

Erreichbarkeit:
Montag bis Freitag jeweils von 09:00 - 15:00 Uhr

Fachlich freigegeben durch

Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft (TMIL)

Fachlich freigegeben am

13.03.2017

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