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Ausländische Berufsqualifikationen als Dolmetscher ausüben
 
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Ausländische Berufsqualifikationen als Dolmetscher ausüben

Leistungsbeschreibung

Der Beruf des/der allgemein beeidigten Dolmetschers/in ist reglementiert. Er berechtigt zur mündlichen Sprachübertragung für gerichtliche, staatsanwaltschaftliche und notarielle Zwecke in Thüringen. Die korrespondierende Sprache ist Deutsch. Eine Tätigkeit als allgemein beeidigte/r Dolmetscher/in kann erst nach der allgemeinen Beeidigung durch den/die zuständige/n Präsidenten/in des Landgerichts ausgeübt werden. Für die allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in ist eine Anerkennung der ausländischen Qualifikation nicht erforderlich.

Als Dolmetscher/in kann allgemein beeidigt werden, wer die erforderliche persönliche Zuverlässigkeit und fachliche Eignung besitzt. Die persönliche Zuverlässigkeit liegt insbesondere nicht vor, wenn über den/die Antragsteller/in eine gerichtliche Strafe oder sonstige Maßnahme verhängt worden ist, aus der sich seine/ihre Nichteignung als allgemein beeidigte/r Dolmetscher/in ergibt, oder der/die Antragsteller/in in ungeordneten Vermögensverhältnissen lebt. Die fachliche Eignung ist nachzuweisen durch ein Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss des Dolmetscherstudiums an einer Hochschule oder ein Zeugnis über eine bestandene staatliche oder staatlich anerkannte Dolmetscherprüfung.

Elektronische Antragstellung

Beschleunigen Sie Ihre Antragstellung! Nutzen Sie das Thüringer Antragssystem für Verwaltungsleistungen (ThAVEL). Dieser kostenfreie Dienst des Freistaats Thüringen stellt die notwendigen Antragsdokumente für die hier ausgewählte Verwaltungsleistung auf einem virtuellen Schreibtisch bereit. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung hilft Ihnen bei der Antragstellung. Fragen können Sie direkt an die zuständigen Behördenmitarbeiter richten.

Verfahrensablauf

Jeder, der die persönlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt, kann auf Antrag als Dolmetscher/in allgemein beeidigt werden. Der Anspruch auf das Verfahren ist nicht an Staatsangehörigkeit, Herkunft des Abschlusses oder Aufenthaltsstatus gebunden. Der Antrag kann auch aus dem Ausland gestellt werden.

Es ist ein schriftlicher Antrag bei dem/r Präsidenten/in des zuständigen Landgerichts einzureichen.
Der Antrag auf allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in kann formlos ohne Antragsformular gestellt werden.

Diesem sind die Nachweise über die persönliche Zuverlässigkeit und die fachliche Eignung beizufügen. Eine Anerkennung der ausländischen Qualifikation ist für eine allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in nicht erforderlich. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen erfolgt in einem persönlichen Termin die allgemeine Beeidigung.

Über die Beeidigung wird eine Niederschrift gefertigt. Zur Vorlage bei Gerichten, Staatsanwaltschaften und Notaren erhalten Dolmetscher eine beglaubigte Abschrift der Niederschrift.

In Berufen, für deren Ausübung eine staatliche Erlaubnis benötigt wird, kann das Antragsverfahren ab 18. Januar 2016 auch über die technischen Systeme des einheitlichen Ansprechpartners erfolgen.

An wen muss ich mich wenden?

Zuständig für die allgemeine Beeidigung ist der/die Präsident/in des Landgerichts, in dessen Bezirk der Antragsteller seinen Wohnsitz hat. Hat der Antragsteller keinen Wohnsitz in Thüringen, ist für die allgemeine Beeidigung der/die Präsident/in des Landgerichts Erfurt zuständig.

Welche Unterlagen werden benötigt?

Zum Nachweis der persönlichen Zuverlässigkeit sind vorzulegen:

  • eine amtliche Meldebestätigung aktuellen Datums
  • ein polizeiliches Führungszeugnis – nicht älter als ein halbes Jahr
  • eine Geburtsurkunde
  • ein eigenhändig geschriebener und unterschriebener ausführlicher Lebenslauf

Darüber hinaus werden von dem/r Präsidenten/in des zuständigen Landgerichts Auskünfte bei der zuständigen Polizeibehörde und bei dem zuständigen Betreuungs- und Insolvenzgericht eingeholt. Zu diesem Zweck bedarf es einer eigenhändig unterschriebenen Erklärung des/der Antragstellers/in, dass er/sie mit der Weiterleitung der persönlichen Daten einverstanden ist.

Zum Nachweis der fachlichen Eignung sind vorzulegen:

  • ein Zeugnis über den erfolgreichen Abschluss des Dolmetscherstudiums an einer Hochschule oder
  • ein Zeugnis über eine bestandene staatliche oder staatlich anerkannte Dolmetscherprüfung

Alle Unterlagen sind im Original oder in öffentlich beglaubigter Form vorzulegen. In der Regel sind die Unterlagen in deutscher Sprache vorzulegen. Sind die Unterlagen nicht in deutscher Sprache verfasst, ist eventuell zusätzlich eine Übersetzung erforderlich. Hierzu wenden Sie sich bitte an den/die Präsidenten/in des zuständigen Landgerichts.

Welche Gebühren fallen an?

Für das Verfahren über einen Antrag auf allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in für eine Fremdsprache- oder Gebärdensprache fällt eine Gebühr von 120,00 EUR an.

Wird ein Antrag auf allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in für mehrere Fremd- oder Gebärdensprachen gestellt, fällt zusätzlich eine Gebühr in Höhe von 60,00 EUR für jede weitere Sprache an.

Welche Fristen muss ich beachten?

Es müssen keine Fristen beachtet werden.

Rechtsbehelf

Gegen die Entscheidung der zuständigen Stelle zu Ihrem Antrag bzw. gegen eine nicht fristgerecht getroffene Entscheidung stehen Ihnen die Rechtsbehelfe nach der Verwaltungsgerichtsordnung zur Verfügung (Widerspruchsverfahren, gegebenenfalls Klageverfahren).

Anträge / Formulare

Der Antrag auf allgemeine Beeidigung als Dolmetscher/in kann formlos gestellt werden. Es kann auch das unter folgendem Link hinterlegte Formular genutzt werden:

Was sollte ich noch wissen?

Die Präsidenten der Landgerichte führen für Thüringen ein gemeinsames elektronisches Verzeichnis der von ihnen allgemein beeidigten Dolmetscher.

Unterstützende Institutionen

Telefonische Beratung zur Antragstellung auf Deutsch und Englisch finden Sie unter der Hotline "Arbeiten und Leben in Deutschland"

Tel.: +49 30 1815-1111

Erreichbarkeit:

Montag bis Freitag jeweils von 09:00 - 15:00 Uhr

Fachlich freigegeben durch

Thüringer Ministerium für Migration, Justiz und Verbraucherschutz (TMMJV)

Fachlich freigegeben am

17.11.2015

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