Einkommensabhängige Rückzahlung Freistellung

Leistungsbeschreibung

Wenn Ihr Nettoeinkommen unterhalb einer bestimmten Grenze ("Gesamtfreibetrag") liegt oder mit weniger als der monatlichen Regelrate in Höhe von EUR 105 (ab 01.04.2020 EUR 130) diesen überschreitet, können Sie einen Zahlungsaufschub Ihrer BAföG-Rückzahlung beantragen.

Ihr Grundfreibetrag liegt derzeit bei EUR 1.225 pro Monat und erhöht sich:

  • ab dem 01.08.2020 auf EUR 1.260 pro Monat und
  • ab dem 01.08.2021 auf EUR 1.330 pro Monat.

Dieser Grundfreibetrag erhöht sich um weitere Freibeträge,

  • wenn Sie verheiratet sind oder in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft leben,
    • aktuell um EUR 610
    • ab dem 01.08.2020 um EUR 630 und
    • ab dem 01.08.2021 um EUR 665
  • je Kind
    • aktuell um EUR 555
    • ab dem 01.08.2020 um EUR 570 und
    • ab dem 01.08.2021 um EUR 605.
  • und wenn der/die Ehepartner/in, eingetragene Lebenspartner/in, Kinder kein Einkommen erzielen und selbst keinen Anspruch auf Förderleistungen, wie BAföG oder Berufsausbildungsbeihilfe haben.

Auf gesonderten Antrag kann sich der Freibetrag um behinderungsbedingte Aufwendungen in Höhe von 1/12 des nach den im Einkommensteuergesetz ausgewiesenem Pauschbetrag erhöhen, wenn im Rahmen des Nachteilsausgleiches ein Grad der Behinderung festgestellt wurde. Dies gilt auch für Alleinstehende um den Betrag der notwendigen Betreuungskosten für zum Haushalt gehörende Kinder:

  • für das 1. Kind maximal um EUR 175 monatlich und
  • für jedes weitere Kind um maximal EUR 85 monatlich.

Eine Freistellung bedeutet nicht, dass Sie das Darlehen überhaupt nicht zurückzahlen müssen, sondern dass Sie für einen gewissen Zeitraum entweder

  • einen Zahlungsaufschub gänzlich ohne Zahlung von Monatsraten erhalten oder 
  • verminderte Monatsraten zahlen können.

Dies hängt davon ab, um wie viel Sie mit Ihrem Nettoeinkommen Ihren Gesamtfreibetrag überschreiten.

Vollständige Freistellung:

  • Ihr Nettoeinkommen überschreitet den Gesamtfreibetrag um weniger als die in der Freistellung geltende Mindestrate in Höhe von EUR 42.

Teilfreistellung mit verminderter Ratenzahlung:

  • Ihr Nettoeinkommen überschreitet den Gesamtfreibetrag um die in der Freistellung geltende monatliche Mindestrate in Höhe von EUR 42 und
  • um weniger als die monatliche Regelrate in Höhe von EUR 105 (ab dem 01.04.2020 EUR 130).

Keine Freistellung:

  • Ihr Einkommen überschreitet den für Sie gültigen Gesamtfreibetrag um mehr als die für Sie festgesetzte monatliche Rate: Sie bleiben weiterhin verpflichtet, die monatliche Rate zu zahlen. Sie können allerdings jeder Zeit einen neuen Antrag stellen, wenn sich Ihr Einkommen verändert.

In der Regel wird die Freistellung für ein Jahr gewährt und muss für einen eventuellen Folgezeitraum rechtzeitig neu beantragt werden. Dies gilt auch für Neuanträge. Eine Freistellung wird nicht automatisch verlängert. Von der Freistellung werden ausschließlich Monatsraten erfasst, die noch nicht fällig sind.

Die Freistellung kann längstens vier Monate rückwirkend ab Antragsmonat gewährt werden. Reicht die viermonatige Rückwirkung nicht aus, können die bereits aufgelaufenen Monatsraten nur gestundet werden. Sind bereits Kosten angefallen, kommt auch hierfür nur eine Stundung in Frage. Den Stundungsantrag können Sie zusammen mit dem Freistellungsantrag stellen.

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